Seitdem ich bei der futurezone.at regelmäßig Meldungen über wissenschaftliche Errungenschaften an chinesischen Unis schreibe und mich dafür mit viel Auto-Übersetzungs-Unterstützung mehr schlecht als recht durch chinesische soziale Netzwerke hangle, interessiere ich mich zunehmend für dieses auf vielen Ebenen ferne Land.

Deshalb war ich heute bei der Aufmacher Medienrunde im Presseclub Concordia, wo Moderatorin Rebecca Ricker fragte: „Wie kann man in China als Journalist arbeiten, Josef Dollinger?“

Der ehemalige Rom-, Brüssel- und Peking-Korrespondent des ORF berichtete von Kaffeesudleserei à la „Kremlastrologie“, weil es zwar ein tägliches Pressebriefing des Außenministeriums gebe, aber (fast) nie Fragen beantwortet würden. Offiziell gebe es zwar Pressefreiheit, doch wenn aus Angst vor Repression niemand mit der Presse reden will und Zugang v.a. für TV nie gewährt wird, bleibe einem Journalisten nur, Einschätzungen zu liefern.

Die „rote Linie“ in der Berichterstattung sei seitens der Regierung absichtlich nicht klar definiert, aber bei den 3 Ts (Tibet, Tiananmen, Taiwan) könne man sich fast sicher sein, „zum Teetrinken eingeladen“ zu werden, d.h. es mit der Staatsgewalt zu tun zu bekommen.

Dollinger bedauert, dass China hierzulande so ein Nischenthema ist – wenn es nicht um Wirtschaft oder Pandas gehe, gebe es keine Sendezeit.

Das waren enorm interessante Einblicke – ich will jetzt noch mehr über China lesen.

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